Wir schaffen das

Paola’s persönliche Lösungsvorschläge zur Flüchtlingskrise

Die Mutti hat sich tapfer geschlagen bei Anne Will und doch muss ich sagen: Theorie und Praxis sind zweierlei Dinge, auch in Deutschland.

Anne Will wollte permanent irgendwelche Zahlen aus der Bundeskanzlerin heraus quetschen: Wie viele Flüchtlinge werden es denn nun wirklich werden? Wann gibt es eine spürbare Besserung? Gehen Ihnen Seehofer und de Maiziere und Erdogan nicht auf den Sack? Und die Mutti hat jedes Mal prima gekontert. Hut ab, entweder ist das zur Perfektion eingeübt oder sie meint es wirklich ernst. Ich hatte das Gefühl, dass sie es wirklich ernst meint und das böse Image, welches wir Deutschen nach den Nazi-Verbrechen weltweit immer noch haben, mit allen Mitteln drehen möchte. Die Bundeskanzlerin möchte dass die „Deutsche Generation Mutti, wir schaffen das“ positiv in den Geschichtsbüchern verankert wird. Das ist ein ehrenvolles Ziel, welches mit Hilfe der Presse auch tatsächlich geschafft werden könnte, denn überall auf der Welt gibt es nette und weniger nette Menschen.

Doch leider berichtet die Presse immer noch überwiegend von den weniger netten Menschen, welche Asylantenunterkünfte anzünden, Flüchtlingen eher helfen als Deutschen Obdachlosen und von randalierenden, Ansprüche stellenden, vergewaltigenden und klauenden Asylanten. So wird Stimmung gemacht. So werden diejenigen überzeugt, welche immer nur denken „ich habe mir den Wohlstand mit meinen eigenen Händen verdient, die sollen erst mal Deutsch lernen, die wollen nur von meinem Geld und Luxus abhaben“, „wenn die sich nicht benehmen können, ab ins Schlauchboot und zurück mit denen wo sie her kommen“ – siehste, wusst ich’s doch…

Und von dieser Meinung gibt es leider immer noch viel zu viele in Deutschland, sie können und wollen es nicht sehen und begreifen, dass diese Flüchtlinge aus Gründen kommen, die wir westliche Wohlstandsgesellschaft mit verursacht haben, ob wir nun Kolonien und arme Länder ausgebeutet haben, Waffen verkaufen oder in Probleme und Kriege eingegriffen haben und eingreifen, ohne zu wissen, was wir da wirklich tun oder schlichtweg keine Ahnung von den örtlichen Zusammenhängen haben. Oder wir Deutschen bieten Menschen aus nicht-Kriegsgebieten viel Geld an, bevor wir dann nach langer Zeit den Asylantrag ablehnen. Wenn ich eine arme Albanerin wäre, würde ich auch versuchen, dieses Geld in Anspruch zu nehmen.

Mutti, die Presse muss bearbeitet werden, damit die auch die wirklich netten Menschen zeigt, die sich Arm und Bein ausreissen, damit die Ankommenden eine Unterkunft finden, etwas zum Essen und Anziehen bekommen. Die Presse muss die Menschen erzählen lassen, wo sie her kommen, was sie dort erlebt haben, wie sie das Geld zusammen gekratzt haben, um den raffgierigen Schlepper zu bezahlen, aber auch warum sie die Waschmaschine im Flüchtlingsheim verkauft haben und warum sie Ärger mit dem Zimmernachbarn bekommen haben. Wir wollen nicht wissen, ob es nun 500’000, 800’000 oder 1,5 Mio. Menschen werden, welche dieses Jahr nach Deutschland flüchten, wir wollen wissen, warum sie flüchten, wieso sie ihr Leben im Schlauchboot riskieren um dann hier nur eine ihnen nicht gehörende Waschmaschine zu verkaufen. Wir wollen wissen, wie andere Deutsche helfen, was ich tun kann und wie die Reichen (verursachende Firmen, Personen des öffentlichen Lebens, stinkreiche Manager und Politiker) helfen.

Meiner Meinung nach können und müssen der Westen und die USA und die „friedlichen Arabischen Länder“ ausschliesslich humanitär helfen. Und das wo immer möglich vor Ort und an den Grenzen Dörfer bauen (warum müssen es immer „Lager“ sein?!?), welche dann auch im Friedensfall weiter genutzt werden können, Infrastruktur ausbauen, damit sich die Menschen dort selbst versorgen und ein Leben aufbauen können, zuerst finanziert durch den Westen (Europa und USA) und Arabische Länder, später in Eigenverwaltung weiter betrieben (Krankenhäuser, Geschäfte, Dienstleistungen etc.). Diese Dörfer müssten von den Flüchtlingen selbst gebaut und eingerichtet werden, damit könnten sie Lohn beziehen und selbst gestalten, ihr Leben selbst in die Hand nehmen.
Es ist doch besser, wenn Syrer, Iraker, Eritreer, Somalier, Afghanen, Nigerianer in der Nähe ihrer Heimat bleiben, damit sie bei Frieden zurück kehren können, auch weil sie dort ähnliche Lebensbedingungen, Sprachen, Nahrungsmittel und Gebräuche haben. Und so vielleicht grenzüberschreitende Freundschaften und Handelsbeziehungen entstehen. Die Flüchtlingsdörfer bleiben nach Rückkehr der Flüchtlinge dann im Eigentum des gastgebenden Landes und können weiter vermietet/verkauft werden. So hat auch das gastgebende Land etwas von diesem Deal.

Wenn sich dann in diesen Dörfern Flüchtlinge mit Aufbau und Organisation bewährt haben und trotzdem in ein Europäisches Land auswandern möchten, dann sollten sie bereits im Flüchtlingsdorf Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch lernen und dann mit befristeter Arbeitserlaubnis und mit Nachweis einer Arbeitsstelle nach Europa reisen können, auf Kosten der Arbeitgeber, welche dann auch für die Unterbringung sorgen sollten. Dafür könnte es dann staatliche Hilfen wie Steuervergünstigungen für die Firmen geben.

Das „System“ Flüchtlinge bauen für Flüchtlinge (menschenwürdige und nach eigenen Ideen gebaute Gebäude inmitten der Einheimischen, nicht Heime oder Massenlager abseits der Einheimischen) würde ich persönlich übrigens auch hier in Europa anwenden. Wer hier ist und auf den Entscheid seines Asylantrages wartet oder noch keine Arbeit hat, darf auch ruhig beim Bau von Unterkünften für die Nachfolgenden mithelfen. Oder bei der Versorgung, oder beim lehren der Sprache, der Sitten und Gebäuche des gastgebenden Landes oder nur bei der Verschönerung der Umgebung. Beschäftigte Menschen sind abends müde und zufrieden. Junge Männer ohne Aufgabe und Betätigung haben Frust und Quatsch im Kopf.

Jeder muss bei diesem Problem mit anpacken, der Flüchtling selbst, die Verursacher, die Nachbarn, die Glaubensbrüder, die Wirtschaft, Politiker, die Wohlhabenden, die mitfühlenden und die verdammte Presse (welche nach meiner Meinung immer schlimmer wird und an vielen Missständen dieser Welt mit Schuld ist).

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Über grenzenlos2001

Igel & Paola, Rambo & Caramba auf dem Bike, Trike und im Bus um die Welt
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