Freitag der 13.

Im letzten Beitrag haben wir Euch erzählt, wie sehr wir Thailand lieben. Doch jedes Paradies hat auch seine Schattenseiten… und Reisen ist nicht immer gleich Ferien…

Am 5. Januar 2015 sind wir mit einem 60 Tage Touristenvisum nach Thailand eingereist, am 31. März werden wir von Phuket nach Deutschland fliegen. Da fehlt uns doch ein knapper Monat Visum bis zum Abflug…

Freitag Morgen (es ist auch noch der 13.) gehen wir zum Immigration in Ranong um das Touristenvisum um 30 Tage zu verlängern. Kosten: 1900 Baht (über 50 Euro…) pro Nase. Der Ablauf ist erwähnenswert! Um 8 Uhr macht die Immigration auf, Tourivisas gibt es aber erst ab 8:30 Uhr hiess es dort. Wir sind die Ersten. Kurz vor „Oeffnung“ bekommen wir dann doch schon die umfangreichen Formulare zum Ausfüllen und die Instruktionen zum Kopieren (gleich um die Ecke). Irgendwann dürfen wir dann ins Büro hinein. Jeder Pass wird feinsäuberlich in ein schönes grosses Buch übertragen, ein Passfoto hübsch dazugeklebt. Viele Stempel bekommen die Papiere und Kopien, mal muss der Chef, mal wir die Papiere unterschreiben. Ständig sucht der Chef irgendwas. Z.B. den Stempel. Der liegt unter der grossen Liste, aus welcher er das Datum abgelesen hat (6. März plus 30 Tage macht 4. April…). Dann muss er immer eine Mitarbeiterin rufen, welche aber gerade am Schalter Burmesen abfertigt. Die Mädels kennen ihren Boss schon, und mit gezielten Handgriffen finden sie dann immer das Gesuchte (der Stempel ist sicherlich im Stempelkasten unter der dicken Liste… bingo). Dann der Klebestift… der liegt natürlich unter dem Quittungsblock. Apropro Quittungsblock. Die Bezahlung der Gebühr von 1900 Baht wird mit einer Quittung und 3 Durchschlägen bestätigt. Später wird die Quittung dann aber doch noch ein mal kopiert… man weiss ja nie…

Ranong6

Als alle Papiere ausgefüllt, kopiert, gestempelt und hundert mal unterschrieben sind ruft der Chef wieder eine Mitarbeiterin: bitte den PC einschalten. Das arme Mädel muss wieder vom Schalter mit zig Burmesen davor weg laufen um kurz den Ein-Knopf zu betätigen. Dann döckelt der Chef persönlich alle Daten aus dem grossen Buch, vom frisch gestempelten Pass (leider auf dem Kopf, sorry…) und von all den gestempelten Papieren in den PC ein. Jeder von uns muss dann vor dem PC in die Knie gehen. Ein aktuelles Foto wird geschossen. Die zwei Passbilder im schönen grossen Buch und auf dem Antragsformular und jenes von der Einreise am 5. Januar abgespeicherte reichen leider nicht. Die Kamera jedoch ist auf Hüfthöhe montiert, so müssen wir in die Knie.

Als wir das alles geschafft haben muss die Mitarbeiterin noch mal ran. Mit dem Handy wird die offizielle Uebergabe nun noch mal einzeln fotografisch festgehalten, bewiesen und dokumentiert, wir fühlen uns wie bei der Ueberreichung des ersten Preises… Igel guckt freundlich mit dem Boss in die Kamera und Paola kann es sich nicht verkneifen dämlich dabei zu grinsen und das victory- oder peace-Zeichen zu machen. Die Mitarbeiterin findet das ziemlich lustig, der Boss hat das (zum Glück) wahrscheinlich gar nicht mitbekommen.

victory

Na das ist doch wirklich ein kleiner Sieg und Frieden: nach nur einer Stunde sind wir glückliche Besitzer von 30 Tagen Verlängerung um als Touristen noch ein bisschen Geld in Thailand auszugeben und der Staat kann seinem Mitarbeiter nun 50 Euro pro Stunde bezahlen – oder wie war das nochmal?

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Über grenzenlos2001

Igel & Paola, Rambo & Caramba auf dem Bike, Trike und im Bus um die Welt
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