Südamerika 4 Guyanas

Guyana
September 2007
Upper Takutu-Upper Essequibo, Potaro-Siparuni, Upper Demerara-Berbice, Demerara-Mahaica, Mahaica-Berbice, East Berbice-Corentyne

Bei der Einreise am 07.09.2007 wurden unsere Raeder sofort mit Desinfektionsmittel eingesprueht – willkommen im Maul- und Klauenseuche-freien Land Guyana. Nach der Ueberquerung des Rios Itacutu, ueber welchen gerade eine Bruecke gebaut wird, kam uns ein Fahrzeug entgegen – auf unserer Fahrbahn! Na sowas, und noch einer… Gross Britannien laesst gruessen, in Guyna herrscht Linksverkehr! Also gut, aufpassen, Spiegel ummontieren und Rambo umerziehen (welches am laengsten dauerte!). In Lethem dauerte es eine Weile, bis wir das Immigration Office fanden. Zwei Beamte in schicken Uniformen begruessten uns recht steif und liessen uns mit gezielten Fragen gleich mal um unser Visum bangen. Doch wie es meistens so ist, nach schmeichelndem Smalltalk und Erzaehlungen, wo uns die Radreise schon so ueberall hinbrachte, erhielten wir dann doch 2 Monate Aufenthalt anstelle der in allen Reisefuehrern erwaehnten 30 Tage. Nur den Rambo muessen wir noch beim Veterinaer am Flughafen vorfuehren. Auf dem Weg dort hin trafen wir den polnischen Radler Tomasz, mit welchem wir bereits e-mail Kontakt hatten. Er wollte eigentlich an jenem Tag in Richtung Georgetown starten, doch wenn Radler sich treffen…

Am naechsten Tag starteten wir noch auf getrennten Wegen. Bewoelkter Himmel, Regenschauer und die flache Rupununi Savanne sind ein guter Einstieg fuer die Tour von knappen 600km auf ungeteerten Strassen. Rambo lief am ersten Tag ueber 40km und wir freuten uns, dass er seine zweite Antibiotika-Kur wegen der boesen Ehrlichiose so gut ueberstanden hatte. Am zweiten Tag trafen wir Tomasz kurz vor Annai wieder, wo wir dann auch miteinander zelteten. In der Savanne machten uns tagsueber Kaburas (sandflies/puri-puris) und nachts Moskitos zu schaffen. So war es eine gute Idee, spaetestens um 18 Uhr das Nachtlager parat, Abendessen gegessen und zum letzten Mal gepinkelt zu haben. Danach war es nur ratsam, sich in der Moskito-freien Zone des Zeltes aufzuhalten. Am Tag drei radelten wir dann von der Savanne in den tropischen Regenwald – der schoenste, den wir auf unserer Reise gesehen hatten! Und entgegen aller Berichte war die Strasse von Annai bis zum River Essequibo hervorragend zu fahren. In Guyana scheint sich in den vergangenen Jahren einiges zum Positiven geaendert zu haben. Die Strassen waren sehr gut, die Menschen ueberaus freundlich und hilfsbereit, kurzum, wir fuehlten uns sauwohl. In Surama, einer Siedlung der sogenannten „Amerindians“ (=Ureinwohner) verbrachten wir einen spannenden Nachmittag und die Nacht. Wir bekamen das Dorf mit Schule, Gesundheitszentrum, Kirche und Internet (!) und das „Animal Sanctuario“ gezeigt. Zwei Deutsche Entwicklungshelfer waren gerade damit beschaeftigt, eine dorfeigene Schreinerei und Wertkstatt aufzubauen. Am naechsten Tag fuhren wir in den Regenwald des „Iwokrama Programme“. Iwokrama ist eine private Organisation, die ein 388’000 Hektar grossen Urwald schuetzt und bewirtschaftet, u.a. mit Oeko-Tourismus, verantwortungsvolle Holzwirtschaft, etc. Leider hatte Igel mitten im Iwokrama Wald einen Unfall. Er suchte gerade nach Wasser fuer die Nacht, achtete einen Moment nicht auf den Weg und schon war es passiert. Ploetzlich lag er auf der Nase, Rambo kam voellig erschrocken aus seinem abgeknickten Haenger. Im ersten Moment sah es nur nach Schuerfwunden aus, die rechte Hand sollte jedoch, wahrscheinlich mit einer Stauchung, noch laenger Probleme bereiten.

Am fuenften Tag erreichten wir, immer zusammen mit Tomasz, den River Essequibo. Wir warteten 1 ½ Stunden darauf, diesen mit einer Faehre ueberqueren zu koennen. Mit uns wartete ein Bedford Truck auf die Passage. Diese Trucks bewaeltigen den Warenverkehr zwischen Brasilien und Guyana. Fahrer und Gaeste fischten zum Mittagessen einige Piranhas aus dem Essequibo, was uns davon ueberzeugte, dort nicht schwimmen zu gehen. In Kurupukari konnten wir im freundlichen Nature View Guesthouse gratis zelten. Ab dem sechsten Tag der Reise wurde die Strasse deutlich schlechter. Gute Passagen wechselten mit steilen Strecken und teilweise tiefem Sand ab. Immer wieder galt es, tiefe Pfuetzen zu durchfahren. Einmal verschaetzte sich Igel mit der Tiefe. Rambos Haenger ging unter Wasser und der arme Kleine fluechtete in Panik… „kann einfach nicht aufpassen, mein Herrchen!“. Nach einer Woche erreichten wir Mabura Hill, eine Holzfaeller-Siedlung und ein Saegewerk, gebaut und unterhalten von einer chinesischen Holzfirma. Wir nennen diese schrecklichen Orte immer „Baumfriedhoefe“. Immerhin konnten wir in Mabura Hill unsere Vorraete wieder aufstocken. Nun wurde die Strecke deutlich „lichter“, der Urwald machte so langsam der „Zivilisation“ Platz. Am achten Tag jedoch waren wir jedoch noch ein Stueck von jener entfernt und hatten ziemliche Probleme, Trinkwasser zu finden. Tag neun: wir erreichten Linden, die Industriestadt (Bauxit) und zweitgroesste Stadt Guyanas. Ziemlich kaputt und ausgedurstet kamen wir dort an und freuten uns zuerst ueber Mustafa, der uns wohl ansah, wie wir 3 dursteten. Er schenkte uns reichlich gutes Trinkwasser, Fruechte und gute Tips ueber Linden. Nach langer Suche nach einem Schlafplatz wurden wir schliesslich fuendig bei der Britin Tina und ihrem guyanesischen Mann Marvin. Die zwei waren jahrelang mit ihrem Segelboot unterwegs. Dieses liegt nun vor ihrem Haus am River Demerara und wartet auf eine eventuelle Wiederinstandstellung. Bei Tina uns Marvin durften wir im Garten zelten, duschen, wir bekamen Kaffee, Rum, Wein und ein tolles Radlerfruehstueck am naechsten Morgen – das Leben kann so schoen sein. Die letzten 120km von Linden nach Georgetown sind geteert und wir teilten diese in 2 Tagesetappen auf. Noch einmal schliefen wir in unserem Zelt bei einem „Recreational Center“. Das ist ein gestauter Schwarzwasserfluss (taninhaltig), an welchem die Einheimischen am Wochenende und an Feiertagen picknicken, trinken und baden. Wir durften wieder einmal gratis zelten und bekamen „zum Fruehstueck“ El Dorado Demerara Rum und Cola, da die Hausherrin Geburtstag hatte. 11 Tage nach Abfahrt in Lethem erreichten wir Georgetown, mit Hunger und Durst, mit stinkenden Klamotten, mit verpieksten und vernarbten Armen und Beinen, verbrannter Nase und mit dreckigem und feucht-modrigem Equipment, doch um ein unvergessliches Erlebnis reicher. Guyana, ein tolles Land!

Auch Georgetown war fuer uns und fuer Tomasz eine absolut positive Ueberraschung. Bisher hoerten wir nur Horrorgeschichten ueber diese Stadt. Kriminalitaet, dunkel, gefaehrlich, dreckig, nichts zu sehen – nichts davon koennen wir bestaetigen. Kriminalitaet gibt es in allen Staedten dieser Erde (denken wir…) und zu sehen gibt es einiges! Fast die ganze Stadt ist aus Holz gebaut! Es gibt kaum Gebaeude, die hoeher als 2-3 Stockwerke sind. Viele Gebaeude sind auf Stelzen gebaut. Das Land ist kanalisiert und mit Schleusen durchzogen wie in Holland. St. George’s Cathedral ist das weltweit hoechste Gebaeude aus Holz (44m hoch, von 1889), City Hall ist ein wahres Schmuckstueck in Holz. Und dunkel ist es in Georgetown, das stimmt, denn dunkel sind seine Menschen, die zu ueber 90% aus dunklen Asiaten (meist Inder) und Schwarzen (Ex-Sklaven) besteht. Hat damit irgendjemand ein Problem? Wir nicht, wir lieben die neuen Speisen, Duefte, Hindutempel, Moscheen, Rastafaris und Reggea Musik – sind wir denn immer noch in Suedamerika?!?

Tomasz blieb nur drei Tage in Georgetown, wir eine Woche lang. Wir mussten ein Visum fuer Surinam beantragen, hatten unendlich viele Fotos zu versorgen, und genossen einfach die Stadt nach 2 Wochen Entbehrungen.

Weiter ging es auf dem Eastcoast Highway 198km in Richtung Surinam. Hier geht eine Siedlung praktisch in die naechste ueber, Fotografen koennen sich hier so richtig austoben. Rastafaris, indische Schoenheiten, der kleine Barbershop mit 1 x 1,5m, ein bunter Baustellentrupp, indische Oldtimer, Eselchen hier, Ziegen und Kuehe dort, Schulkinder in ihren bunten Uniformen, Hindutempel mit Lotosblueten neben Muezzin rufenden Moscheen, winke-winke und strahlend weisse Zaehne, die einen anlachen, Heilkraeuter, Currypulver, Roti- und Puri-Staende, bunte Maerkte, Reis trocknen auf der Hauptstrasse, Rauchschwaden vom Abfackeln der Zuckerrohrfelder am Horizont. Und immer wieder indische Schlager, Reggea Music und Gospel Songs, rasende Minibus-Driver und Leute, die einen anhalten, anquatschen und eine gute Fahrt wuenschen – „alright, alright“.

In Corriverton verbrachten wir die letzte Nacht in Guyana. Richard aus Georgetown veranlasste noch ein Interview mit Kaieteur News und am letzten Morgen wurden wir von allen Seiten beschenkt mit Essen und Guyana Flaggen. Es schien, Guyana wolle uns nicht ziehen lassen… Wir dachten, Corriverton sei mehr oder weniger direkt der Faehrort. Da hatten wir uns jedoch getaeuscht. 14km mussten wir dann noch bis zur Anlegestelle radeln. Schweissueberstroemt kamen wir von deutscher Puenktlichkeit getrieben an. Doch dann hiess erst noch 2 Stunden die komplizierte Eincheck- und Ausreiseprozedur ueber sich ergehen lassen. Byebye Guyana!

Suriname
September – Oktober 2007
Nickerie, Coronie, Saramacca, Wanica, Paramaribo, Para, Commerwijne, Marowijne

Kaum waren wir mit der Faehre ueber den River Correntyne in Suriname angekommen, ging ein gewaltiges Gewitter nieder. Eine ziemlich laute Begruessung im Land Nummer 25 unserer Reise. Die Strasse von hier bis fast zur District Hauptstadt Nieuw Nickerie ist ungeteert. Arbeiter riefen uns zu sich und meinten, nun nach dem heftigen Regen sei die ueber 30km lange Strasse mit den schweren Raedern nicht machbar, wir sollen warten, bis sie nach Hause fahren, sie wuerden uns in ihrem LKW mitnehmen. Also gut, ueberredet. Assif, der Fahrer, lud uns dann auch gleich ein, in seiner Lagerhalle zu zelten, spaeter brachte er uns Limo, diverse Saefte und Fruehstueckskuchen vorbei – ein netter Einstand im neuen Land. Der District Nickerie entpuppte sich dann aber als ziemlich Radler-unfreundlich. Monotone Strecke entlang unendlicher Reisfelder, enge Strasse, viel Verkehr, keine Verpflegungsmoeglichkeiten, starker Gegenwind, brennende Sonne und kaum hielten wir an, um einen Schluck Wasser zu trinken, wurden wir selbst tagsueber von Moskitoschwaermen aufgefressen. Ab Coronie und der netten Stadt Totness aenderte sich das dann zum Glueck. In Wageningen, Totness, Boskamp und Groningen frugen wir jeweils die „Politie“ um einen Platz fuer unser Zelt. Und jedesmal bekamen wir einen netten, trockenen Platz zugewiesen, meist mit Toilette und Wasser in der Naehe. Am besten hatten wir es in Groningen (welches einen sehenswerten Ortskern hat). Dort durften wir unter einem Picknick-Dach am River Saramacca naechtigen, die Polizei ueberredete den chinesischen Ladenbesitzer gegenueber dazu, dass er uns Klo und Wasser zur Verfuegung stellte. Am naechsten Morgen erhielten wir dann Fruehstueck bei der District Managerin und ihrem hollaendischen Mann.

In Surinams Hauptstadt Paramaribo blieben wir ein paar Tage und gaben ein Interview fuer die „Times of Suriname“.
Weiter ging es mit einem kleinen Abstecher ins Innenland. Wir radelten in Richtung intl. Flughafen zum Resort Cola Creek (der seinen Namen von seiner Farbe hat) und zum Overbridge Resort, beides Bach- oder Fluss-Baderessorts, die aber nur am Wochenende besucht sind. Wir hatten also alle Resorts gratis und fast fuer uns alleine. Inzwischen war der Artikel in der Times of Suriname erschienen und ueberall schallte es „Rambo, Rambo“… Dann radelten wir ueber die grosse Bruecke ueber dem River Suriname (was wohl eigentlich verboten ist, jedoch sahen wir keine Verbotsschilder 😉 ) in den Bezirk Commerwijne nach Nieuw Amsterdam. Dort hatten wir einen schoenen Campingplatz direkt auf dem Damm des River Surinames, mit Blick auf das offene Meer, Fischerboote und grossen Containerschiffe. Via Stokertsriver und Moengo fuhren wir nach Albina, dem letzten Ziel unserer Suriname-Reise.

Guyane FR
Oktober-November 2007
Saint Laurent du Maroni, Cayenne

Das teuerste Land in Suedamerika! Kein oeffentlicher Transport. Das laesst praktisch keinen Traveller nach franzoesich Guyane reisen. Doch mit dem Fahrrad sind wir auch hier wieder einmal viel besser dran. Die Faehre von Albina, Suriname nach Saint Laurent du Maroní in Guyane ueber den Fluss Maroni kostet eigentlich 4 Euros pro Person oder 27 Euros pro Auto oder gar 65 Euros pro LKW, doch das Fahrrad steht nicht auf der Preisliste – folglich mussten wir ueberhaupt nichts bezahlen. Und auch die befuerchteten Schwierigkeiten wegen Rambo blieben voellig aus. Denn Guyane ist ja Europa, ein Bundesland von Frankreich, und eigentlich gibt es fuer die Einfuhr von Tieren nach Europa ziemlich strenge Bestimmungen. Doch wir sind eben doch in Suedamerika und nicht in Europa – zum Glueck!

Die ersten 5 Naechte relaxten wir erst einmal bei David, einem Mitglied von Hospitalityclub. David und Alice haben ihr tolles Haus ohne Waende mitten im Dschungel, 15km entfernt von Saint Laurent gebaut. Hier konnten wir mal so richtig relaxen und Rambo konnte seine Fussverletzung auskurieren. Er hatte eine kaputte Kralle und Floheier im Fuss, eine im Amazonas verbreitete Krankheit („chic“).
Gut ausgeruht radelten wir mehr oder weniger der Kueste entlang zuerst mit einem kleinen Abstecher nach Javouhey. Dort sind laotische Hmongs angesiedelt und wir gingen am sonntaeglichen Markt eine leckere Noodlesoup essen. Weiter in Richtung Mana ging es durch das Gemuese- und Obstanbaugebiet der Hmongs. In Mana gaben wir ein Interview im lokalen Radio. Danach ging es weiter via Organabo und Iracoubo nach Sinnamary. Dort wird gerade ein neuer Weltraumbahnof fuer Soyus gebaut. 2008 soll der in Betrieb gehen. In Kourou besichtigten wir nur das Raumfahrt-Museum rund um Ariane, die Fuehrung durch das Space Center war leider bereits ausgebucht. Zwischen Mana und Kourou gab es einige Picknick Areas, wo man prima campen kann, in Kourou selbst stellten wir unser Zelt am Strand (mit Dach und Trinkwasserdusche!) auf. Mit Zelt und Bike laesst sich Guyane also ganz gut bereisen, ohne den Geldbeutel zu arg zu strapazieren.

In Cayenne-Remire waren wir gerade auf der Suche nach einem Zeltplatz, als uns Katia mit ihrem Scooter ausbremste. Sie hat selbst vor einiger Zeit 2 Jahre lang mit ihrem kolumbianischen Freund Diego auf 2 Scootern Suedamerika bereist. Wir konnten in ihrem Garten unser Zelt aufstellen, Kueche, Bad und wireless Internet benutzen – vielen Dank Katia.
Nach Cayenne wartete der anstrengendste Teil Guyanes auf uns. 3 Tage benoetigten wir fuer die 120km nach Regina, ein grenzenloses auf und ab vom Feinsten! Eine schoene, kurvenreiche Strasse windet sich durch den Dschungel, doch der Radler hat mit ziemlichen Steigungen und heftiger Sonne zu kaempfen. An einem besonders steilen Stueck (wir waren gerade beide am schieben und tropfen…) hielt Serge an, l’homme des bois, und lud uns auf ein kaltes Glas Wasser mit einem anschliessenden Bier ein… das liessen wir uns nicht zwei mal sagen! Wir blieben die Nacht auf seinem schoenen Grundstueck und liessen uns die Sage von „Naobi, enfant de Camopi“ vortragen. Ausserdem liess Serge seine Hunde ein Staendchen singen und Rambo bekam mind. 50 Floehe von ihnen geschenkt – ein ganz besonderer Abend. Mit Serge unterhielten wir uns ueber Gott und die Welt. Er stellte uns eine Frage: „Was passiert wohl, wenn man einen Mann und eine Frau mit allen Notwendigkeiten in einen Kaefig sperrt?“ Antwort: sie essen und trinken und vermehren sich, die Kinder essen und trinken und vermehren sich, und schon bald ist der Kaefig leer und alle wundern sich. Danach sterben sie alle. Auch wir Menschen leben im „Kaefig Erde“, von hier koennen wir nicht weg. Wenn wir so weiter machen mit Ausbeuten und Vermehren, ist bald nichts mehr uebrig, dann stirbt auch die Menschheit! Es lohnt sich, darueber nachzudenken…
Erschoepft und mit luesternden Gedanken an franzoesische Koestlichkeiten (die wir bisher in allen Supermaerkten vorfanden) kamen wir in Regina an und mussten feststellen, dass es dort nur einen bescheidenen Laden gibt, der hauptsaechlich Konserven und Alkohol in seinem Sortiment hat, ausserdem auch nur einen halben Tag lang geoeffnet ist. Trotzdem legten wir einen Ruhetag am Fluss Approuague ein und assen leckeres Brot aus der Dorfbaeckerei.

Vor der ueber 80km langen Strecke von Regina nach Saint Georges wurden wir vorher oefters gewarnt: Goldgraebergebiet, viele illegale brasilianische Goldsucher, die nichts zu verlieren haben. Wir dachten, wenn die Strecke so steil huegelig wie Cayenne-Regina ist, schaffen wir das nie an einem Tag. Unterwegs sahen wir immer wieder verkohlte Autoleichen und viele Patronenhuelsen auf der neuen Strasse. Am fruehen Nachmittag hielten wir schon Ausschau nach einem geeigneten Platz zum campen, doch die Trockenzeit und die Goldsucher haben alle Baeche versiegen lassen und unser Wasservorrat ging zur Neige. Also weiterstrampeln, bergauf, bergab, bergauf, bergab, … bis wir kurz vor Sonnenuntergang voellig fertig doch noch Saint Georges erreichten. Natuerlich war wieder mal Sonntag, alle Laeden zu, die Kehlen trocken. So goennten wir uns zum ersten Mal in franzoesisch Guyane Getraenke aus einer Bar – 2,50 Euros fuer ein kleines Glas Bier! Egal, wat mut dat mut.
Nach einer Nacht auf dem Feuerwehrgelaende reisten wir am naechsten Morgen mit einer Pirogue ueber den Fluss Oiapoque von Saint Georges nach Oiapoque in Brasilien. In den naechsten Jahren soll auch hier eine Bruecke entstehen. Au revoir, Europa!

Advertisements

Über grenzenlos2001

Igel & Paola, Rambo & Caramba auf dem Bike, Trike und im Bus um die Welt
Dieser Beitrag wurde unter 024 Guyana, 025 Surinam, 026 Französisch Guyana abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s