Europa 2001

Die letzten 3 Monate…

Am 11.12.2000 haben wir auf dem Standesamt in Bad Saeckingen aus einem Loss- und einem Zimmermann zwei Zimmermaenner gemacht!
Am 24. Maerz 2001 fand in Haenner ein bombastisches Abschiedsfest statt. Igel und Paola haben sich riesig gefreut, dass so viele Freunde gekommen sind, um sich zu verabschieden.
VIELEN HERZLICHEN DANK !!!

Abfahrt!
Am Sonntag, 1. April 2001 ging es mit den Fahrraedern in Oberhof los. Um 11:00 Uhr haben wir uns von der Familie, unzaehligen Freunden und Bekannten auf dem Muensterplatz in Bad Saeckingen verabschiedet.
Kurz vor 19:00 Uhr und somit kurz vor dem Formel 1 Start sind wir nach 102 gefahrenen km in Hartheim bei Wowa und Siggi kaputt aber gluecklich angekommem. Dort wurden wie dann super verpflegt und aufgenommen.

Grenzach – Basel
Lohnt es sich eigentlich, ueber die Schweiz zu berichten, wenn man nur eine halbe Stunde darin herumfaehrt?
Oh ja, doch: die netten Zoellner haben uns bei Ein- und Ausreise unsere jungfraeulichen Reisepaesse mit Stempeln verschoenert.

Strasbourg, Canal de la Marne du Rhin
Frankreich hat uns bis auf den schoenen Radweg entlang dem Canal de la Marne du Rhin nicht so gut gefallen. Ziemlich dreckig und agressive Autofahrer …
Es war auch ziemlich schwierig Zeltplaetze zu finden, denn auf allen Wiesen und in den Waeldern war es fuerchterlich nass, die offiziellen Campingplaetze waren noch geschlossen.
In Metz haben wir im staedtischen Campingplatz trotzdem die Saison eroeffnet. Unsere erste Dusche nach 5 Tagen: eiskaltes Wasser im Freien im Geschirrspuelbecken – Outdoor-Erlebnisse live!

Ein neuer Grossherzog und eine riesen Party
Luxembourg war gleich ganz anders: schoene Radwege, mondaene Haeuser, und ein tolles Fest mit bombastischem Feuerwerk zu Ehren des neuen Grossherzoges (und wir dachten schon, es waere wegen uns …)
In Luxembourg City haben wir das erste Mal fuer eine Uebernachtung bezahlt: in der Jugendherberge liess es sich gut aushalten.
Fuer Fahrradfahrer mit ueber 20 kg Gepaeck sind die Altstadt-Strassen nicht gerade geeignet: knappe 20% Steigungen/Gefaelle und Kopfsteinpflaster, da kommen die Muskeln und Bremsen ganz schoen ins Schwitzen.
In Nordluxembourg haben wir dann den ersten Kontakt mit den Ardennen gehabt.

Liege, Hasselt
In Belgien haben wir die Ardennen besser kennengelernt!
In den Abendstunden durch Liege, 20 km den Ausgang gesucht, voellig abgekaempft bergauf und bergab gestrampelt, und schlussendlich bei Einbruch der Dunkelheit und 110 km einen Schlafplatz im Garten eines Nobelrestaurants gefunden.
Aber sonst war Belgien eine positive Ueberraschung: nette Leute, meistens Fahrradwege und tagsueber fast kein Regen (dafuer umso mehr in der Nacht…).

Europa_2001

Eindhoven, S-Hertogenbosch, Utrecht, Ouderkerk a/d Amstel, Amsterdam, IJmuiden
In Holland haben wir ein Radlerparadies gefunden: die Radwege sind perfekt, meistens gut ausgeschildert, und ausser bei Mercedesfahrern hat man als Radler auch Vorfahrt.
Fahrrad auf hollaendisch heisst: fiets
und das Mofa sinngemaess: bromfiets.
Telefonieren heisst: bell und auf Wiedersehen: tot ziens – was will uns das sagen ?!
Bei Guido und Marion in Ouderkerk a/d Amstel haben wir eine perfekte Bleibe gefunden. Bei gegen 0 Grad und Regen schlaeft man doch ganz gerne wieder in festen 4 Waenden.
Die beiden Lieben sind perfekte Reisefuehrer fuer Amsterdam und Umgebung, ohne sie haetten wir wahrscheinlich nicht einmal aus dem ersten Coffeeshop herausgefunden (… kleiner Scherz am Rande …).
Im Auto mit Guido und Marion und zu Fuss haben wir vieles angesehen: Amsterdam mit Grachtenrundfahrt, Redlight-District, diversen Maerkten usw., Zandvoort mit den tollen Duenen, in „Windmuehlen-City“ (wir haben leider den Namen schon wieder vergessen, die sind etwas schwierig fuer uns), in Volendam, Harleem, Edam und natuerlich in IJmuiden, wo wir schon einmal „unsere“ m/s IRMA angeguckt haben. Sie war eindeutig das schoenste Schiff im Hafen!
Und dann besuchten uns auch noch die „Waelder“ aus Harpolingen – welche Freude!
Am 18.4. boardeten wir das Schiff und am Donnerstag, 19.4.2001 sollte die Reise ueber den grossen Teich los gehen.

Irma_2001_04_058

Transatlantik m/v IRMA
21. April bis 7. Mai 2001
Transatlantik, River St. Lawrence und Grosse Seen

Nach 2 Tagen Wartezeit im Hafen von IJmuiden starteten wir dann Samstag, 21.4.2001 frueh gegen 3 Uhr morgens. Natuerlich waren wir Gaeste auf der Bruecke und konnten Kapitaen Bobrowski und dem Piloten beim Manoevrieren ueber die Schulter schauen. Nachdem der Pilot das Schiff verlassen hatte, durfte Paola sogar den Hebel umlegen auf „Full Steam ahead“, welch eine Ehre. Gegen 5 Uhr morgens waren wir uns dann sicher, dass wir in guten Haenden sind, und gingen in Bett.

In der Strasse Dover-Calais hatten wir das erste spannende Erlebnis. Eine Faehre hat uns doch tatsaechlich die Vorfahrt genommen, denn auch in der Schifffahrt gilt: rechts vor links. Unser Kaeptn hat jedoch gut reagiert: der Kluegere gibt nach. Am Sonntag abend, nach einem leichten Hauch erster Seekrankheit am vormittag, wurden wir dann absolut positiv ueberrascht: Barbecue auf Deck, Bier, Sekt und dazu Pink Floyd, gutgelaunte Crew – das nennen wir ein perfektes Kaeptns-Dinner.

Die Fahrt ueber den grossen Teich konnten wir hauptsaechlich bei schoenem Wetter und einer „strong breeze“ geniessen, langweilig wurde es uns nie. Wir durften uns absolut frei an Bord bewegen, alles wurde uns erklaert, auf der Bruecke waren wir Stammgaeste. Vor Neufundland hatten wir dann unseren ersten Sturm auf hoher See. 8 bis 10 Beaufort, Windgeschwindigkeit bis 60 Knoten und eine Neigung 24,5% machen einem das Essen und das Schlafen ziemlich schwer!

Ein Fest fuer die Augen erwartete uns dann im St. Lawrence River. Wale, Belugas, viele Flatterviecher und eine wilde, romantische Gegend liessen uns kaum noch an das gute polnische Essen oder an die schoene Kabine denken. „Dauerdienst“ auf der Bruecke war angesagt. Ein unvergessliches Erlebnis war fuer uns Quebec City by night. Vom Schiff aus hatten wir die allerbesten Logenplaetze. Nur knapp zwei Tage von Neufundland, und somit vom letzten Schneeschauer und Temperaturen um den Gefrierpunkt entfernt, ueberraschte uns Montreal mit Temperaturen um 30 Grad Celsius, der erste Sonnenbrand war unvermeidlich. Leider waren wir fuer das Formel 1 Rennen etwas zu frueh dran, wir haetten einen Super-Logenplatz aus der Vogelperspektive gehabt.

Die Thousand Islands haben es uns sehr angetan. Die in Wirklichkeit ueber 1800 Inseln sind wunderhuebsch anzusehen, auf den meisten Inseln steht ein Ferienhaeuschen oder gar ein Palast, wie z.B. Boldts Castle, dem Begruender des Waldorf Astoria Hotels, der eine gigantische Anlage auf seiner Heart Island errichtet hat. Uebrigens kommt genau aus dieser Gegend die wohlbekannte Salatsauce Thousand Islands Dressing.

Die grossen Seen sind eigentlich fast schon Meere, teilweise sieht man keine Kuesten. Ein Spektakel fuer sich sind natuerlich die Schleusen im St. Lawrence River und vor allem der Welland Kanal, welcher die Umfahrung der Niagarafaelle fuer die Schiffe darstellt. Unser knapp 200 m langes und 23,60 m breites Schiff wurde zentimetergenau in die nur 24 m breiten Schleusen einmanoevriert. Die Schleusen werden in weniger als 10 Minunten dann mit ca. 91 Millionen (!) Liter Wasser gefuellt, so dass das Schiff dann die Treppen „hinaufgehoben“ wird. Teilweise muessen vorher noch Auto- und Eisenbahnbruecken per Hebe-/Zugbruecken vor und nach den Schleusen weichen – ein Meisterstueck der Baukunst.

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Über grenzenlos2001

Igel & Paola, Rambo & Caramba auf dem Bike, Trike und im Bus um die Welt
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